Dienstag, 30. Juni 2020

Rezension: Game On - Mein Herz will dich



( Rezensionsexemplar )

Klappentext

Anna Jones will vor allem eins: einen guten Collegeabschluss. Dass sie sich in den Star-Quarterback Drew Baylor verliebt, passt daher ganz und gar nicht in ihren Plan. Auch nach der ersten gemeinsamen Nacht mit ihm ist Anna sich sicher: Mehr als ein One-Night-Stand darf die Sache nicht werden. Aber Drew hat sich in den Kopf gesetzt, Anna für sich zu gewinnen. Und wenn er beim Football eines gelernt hat, dann, dass man hartnäckig bleiben muss, wenn man den Sieg davontragen will.

Meine Meinung
Ich habe die gesamte "Game On" Reihe bereits vor langer Zeit gelesen, aber als ich erfahren habe, dass sie noch einmal mit neuen Covern erscheinen wird, war für mich klar: Dies ist die perfekte Gelegenheit für einen Reread! Kristen Callihan hat einen unglaublich tollen Schreibstil, der nicht nur dafür sorgt, dass die Seiten nur so dahinfliegen, sondern der es auch schafft, dass man während des Lesens Bauchkribbeln bekommt und sich selbst wie eine Frischverliebte fühlt!

Was ich vorab hier gerne erwähnen möchte ist, dass man den Büchern auch dann eine Chance geben sollte, wenn einem der Anfang der Geschichte nicht zusagt. Denn ich weiß, dass das passieren kann, weil es mir ebenfalls so ging. Ich nenne die "Game On" Reihe auch sehr gerne die Schmetterlingsprozess-Reihe, weil man es sich so vorstellen kann, dass die Bücher zu Beginn einer Raupe gleichen, die vielleicht nicht besonders schön aussieht und der ihr auch keine weitere Aufmerksamkeit schenken würdet, sich dann nach und nach aber in einen wunderschönen Schmetterling verwandeln, der es verdient hat, beachtet und bewundert zu werden. Für Anna's und Drew's Geschichte gilt das ganz besonders, denn was hier zunächst wirklich oberflächlich und ohne jegliche Tiefe wirkt, entpuppt sich später als unglaublich emotionale und tiefgründige Geschichte mit zwei wunderbar authentischen und greifbaren Charakteren, die es einem ermöglichen, absolut mit ihnen mitzufühlen.

Drew bringt mich dazu, dass ich mich wie ich selbst fühle. Bei ihm fühle ich mich besser als ich selbst. Als gäbe es da ein lockeres, klapperndes Teil in mir, das immer, wenn er bei mir ist, wieder fest an seinen Platz rutscht.


Anna ist eine, auf den ersten Blick, sehr selbstbewusste und schlagfertige Protagonistin, die immer einen Spruch parat und einen Hang zum Sarkasmus hat. Doch je tiefer der Einblick ist, den man in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommt, desto klarer wird, dass es in ihr drin ganz anders aussieht. Denn sie wird von Unsicherheiten und Ängsten geplagt, dessen Samen bereits früh in ihrem Leben gesät worden sind und die nun tiefe Wurzeln schlagen. Sie steht sich selbst am meisten im Weg, aber was ich bei ihr wirklich unglaublich toll fand, ist die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchmacht. Denn auch, wenn es ihr wahnsinnig schwerfällt, kämpft sie dafür, sich von der Vergangenheit zu lösen und lernt währenddessen nicht nur jede Menge dazu, sondern bekommt auch eine ganz neue Sicht auf viele Dinge in ihrem Leben. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Denken und Handeln war für super nachvollziehbar.

»Erst als ich die Worte ausspreche, wird mir klar, wie einsam mein Leben bisher gewesen ist. Bis sie kam. Bis mir klar wurde, wie das Leben sein könnte, wenn sie mir nur einen Platz darin einräumen würde.«


Drew hat mich tatsächlich total überrascht. Er ist Star-Quarterback, sieht unwahrscheinlich gut aus und ist einer der beliebtesten Typen auf dem College. Trotzdem ist er, anders als man es vielleicht erwarten würde, weder arrogant noch der klassische Sportler-Bad-Boy, der ein bestimmtes Klischee erfüllt. Nicht nur, dass sein Charakter eine enorme Tiefe besitzt, die einem nach und nach offenbart wird, nein - er ist generell ein unglaublich authentischer, ehrlicher und liebevoller Mensch, den man einfach gern haben muss. Was bei ihm zu Beginn wie die klassische Vorgehensweise zur Eroberung seines neuen Betthäschens wirkt, ist in Wirklichkeit etwas so viel Echteres und vor allem Tiefergehendes. Denn auch bei ihm ist es so, dass je näher an ihn kennenlernt, desto mehr geht er einem unter die Haut. Was ich an ihm geliebt habe? Seine weichere und verletzlichere Seite, die in Anna's Gegenwart zum Vorschein kommt und ihn umso greifbarer macht.

»Mittlerweile denke ich, dass glücklich zu sein nicht bedeutet, den perfekten Job, das perfekte Haus oder Leben zu haben. Es ist ein immerwährendes Ziel, eine Aneinanderreihung von Momenten.«


Die Liebesgeschichte ist das, was den Schmetterlingsprozess am besten widerspiegelt. Was mit einem Katz-und-Maus-Spiel und einem darauffolgenden One-Night-Stand beginnt, scheint zunächst auch nicht mehr als bloße Anziehung und Leidenschaft zu sein. Das zwischen ihnen bleibt recht oberflächlich, aber mit der Zeit scheint daraus zumindest eine Hassliebe zu werden. Es gibt Neckereien und Sticheleien, unterhaltsame Dialoge und einige sehr intensive Aufeinandertreffen. Was man allerdings vielleicht gar nicht sofort bemerkt, obwohl es passiert, sind die Gefühle der beiden füreinander, die sich verändern und immer tiefer werden. Es gibt nach und nach mehr tiefgründige Gespräche, sowie kleine besondere und emotionale Momente und das wichtigste ist - die beiden fangen langsam an, sich einander zu öffnen und dem jeweils anderen einen tieferen Einblick in seine Gedanken und Gefühle zu gewähren. Ich bin ehrlich, der Weg der beiden ist kein einfacher. Anna steht ihre Vergangenheit im Weg und Drew in gewisser Weise seine Zukunft. Doch was beide mit der Zeit zu begreifen lernen? Die Gegenwart ist viel wichtiger und bedeutsamer. Ich habe während des Lesens ständig ein Grinsen im Gesicht und Schmetterlinge im Bauch gehabt. Habe mit ihnen gelitten und bin verzweifelt, aber habe ebenso gelacht und mich verliebt. Ich habe ihre gemeinsame Geschichte nicht nur verfolgt, sondern bin selbst Teil davon geworden und habe sie mit ihnen gelebt. Und was ich an ihrer Geschichte ganz besonders geliebt habe ist, das man von ihr sogar noch etwas lernen kann. Nämlich, dass du alleine bestimmst, wer du bist und was dich ausmacht und dass du dir niemals von irgendeiner anderen Person etwas anderes einreden lassen solltest. Du bist gut und du bist genug, so wie du bist. Du musst nicht wie jemand anderes sein oder Dinge in dem Tempo anderer tun. Du musst einfach auf dein Herz hören und die beste Version deiner Selbst sein. Denn das reicht nicht nur vollkommen aus, sondern ist mehr als genug!

»Die meisten von uns brauchen ihr ganzes Leben, um herauszufinden, wer sie wirklich sind und was sie wollen.«


Das Ende ist meiner Meinung nach ein bisschen zu viel des Guten und hätte man hier auf "weniger ist mehr" gesetzt, hätte es mir definitiv besser gefallen. Aber alles in allem habe ich dieses Buch wirklich unglaublich doll geliebt! Genauso, wie ich es vor vier Jahren schon geliebt habe und wie ich es vermutlich in weiteren vier Jahren noch immer tun werde. Und jetzt, nachdem ich es beendet habe, freue ich mich schon darauf, dass auch die anderen drei Bände nach und nach erneut bei mir einziehen, damit ich sie allesamt rereaden kann. Denn diese Reihe hat einen festen Platz in meinem Herzen und ich kann sie wirklich nur weiterempfehlen! Gebt diesen Büchern eine Chance! ;)

Bewertung
⭐⭐⭐⭐,✩/⭐⭐⭐⭐⭐


Montag, 29. Juni 2020

Rezension: Wie die Ruhe vor dem Sturm



( Rezensionsexemplar )

Klappentext

Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war - ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen - und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Meine Meinung
Als ich im Oktober 2019 erfahren habe, dass es im Juni 2020 Nachschub von Brittainy C. Cherry, einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen und Queen der Emotionen, geben wird, habe ich mich natürlich wahnsinnig gefreut. Die Monate des Wartens waren quälend lang, aber jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, kann ich sagen, dass sich das Warten mehr als gelohnt hat! Dieses Buch ist wunderschön in seiner Traurigkeit und unfassbar traurig in seiner Schönheit. Ich habe es vom Anfang bis zum Ende geliebt, habe jedes Wort und seine Bedeutung in mich aufgesogen, habe die Charaktere auf ihrem Weg begleitet und mit ihnen mitgefiebert, bin selbst Teil der Geschichte geworden und habe während des Lesens so unfassbar viel fühlen dürfen.

Er sagte zu mir, es sei okay zusammenzubrechen, denn er sei da, um jeden zerbrochenen Teil von mir aufzusammeln. 

BCCs Schreibstil ist wirklich einmalig. Sie schafft es, dass man innerhalb kürzester Zeit eine Beziehung zu ihren Charakteren aufbaut, lässt einen mit ihnen mitfühlen und sorgt dafür, dass man die Realität für die Zeit, in der man ihre Geschichten liest, komplett ausblenden kann. Bei diesem Buch hier hatte ich das Gefühl, dass ich mich in der Geschichte verliere und mich gleichzeitig aber auch darin finde. Die Autorin setzt Worte so ein, dass sie ganz tief in einem drin etwas berühren. So, dass sie einem unter die Haut gehen und eine Gänsehaut verursachen. So, dass sie dich sowohl lachen als auch weinen und dich Schmerz ebenso wie pures Glück empfinden lassen. Bei ihren Bücher hat man nicht das Gefühl, als würde man gerade lesen, nein - man fühlt sich, als würde man die Geschichte leben. Und das ist etwas, das nicht jeder so einfach schafft.

Und in diesem Moment wusste ich, dass es tatsächlich geschah. Eleanor tat, worin sie unglaublich gut war. Sie glitt langsam in das Leben eines anderen Menschen und machte es besser, ohne dass dieser etwas davon bemerkte.


Eleanor ist eine der tollsten, gutmütigsten und herzlichsten Protagonistinnen, die ich bisher kennenlernen durfte. Man lernt sie kennen und kann gar nicht anders, als sie direkt ins Herz zu schließen. 
Sie ist ein Mensch, der lieber für sich ist oder nur im Kreise ihrer Familie und der ein gutes Buch einer Party vorzieht, was schon ein Grund dafür ist, dass ich sie auf Anhieb mochte. Sie ist komplett sie selbst, verstellt sich nicht und macht sich keine Gedanken darüber, was andere von ihr denken. Sie zieht ihr eigenes Ding durch und sorgt gerade durch diese ehrliche und natürliche Art dafür, dass man sie unglaublich sympathisch findet. Zudem ist sie aber auch noch schlagfertig und direkt, was ich toll finde, weil man bei ihr sofort weiß, wo man dran ist. Was ich an ihr aber am meisten geliebt habe, ist die Liebe, die sie in sich trägt. Wenn sie liebt, dann tut sie dies bedingungslos. Sie besitzt ein wahnsinnig großes Herz und wenn man dort erstmal seinen Platz sicher hat, kann man sich darauf verlassen, dass man immer und jederzeit auf Eleanor zählen kann. Denn sie ist jemand, der nicht so schnell aufgibt - das gilt für Herausforderung im Leben ebenso wie für Menschen.

Vielleicht brauchte es manchmal nicht viel mehr als jemanden, der für einen da war, wenn es einem schlecht ging, selbst wenn man sich die größte Mühe gab, alle Menschen von sich zu stoßen. 


Dadurch, dass das Buch in zwei Teile aufgeteilt ist, lernt man beide Protagonisten erst einmal als Teenager und später dann als Erwachsene kennen. Bei Eleanor machen die Jahre, die dazwischen liegen, keinen allzu großen Unterschied, doch bei Grey sieht das Ganze etwas anders aus. Denn von dem aufgeschlossenen, fröhlichen und großherzigen Jungen von früher ist nach dem Zeitsprung im Buch nichts mehr zu sehen. Man hat es hier mit einem distanzierten, kühlen und in sich gekehrten Mann zu tun, der der schmerzhaften Realität zu entfliehen versucht, indem er sich voll und ganz in die Arbeit stürzt und alles andere um sich herum ausblendet. Bei ihm war ich wirklich hin- und hergerissen zwischen: "Er tut mir so unfassbar leid und ich möchte ihm einfach nur all seinen Schmerz nehmen." und "Sein Verhalten macht mich so unglaublich wütend, dass ich ihn einfach einmal ordentlich schütteln will, damit er wieder er selbst wird." Ich habe sein Verhalten oftmals zwar nicht verstehen können und wollen, aber durch die authentische Darstellung seiner Gefühls- und Gedankenwelt konnte ich es doch zumindest teilweise nachvollziehen. Mit ihm habe ich nicht nur so sehr mitgefühlt, dass es mir mehrfach im Herzen wehgetan hat, sondern so sehr, dass ich das Gefühl hatte, kurz vor einem emotionalen Schleudertrauma zu stehen.

Ich spürte seinen Herzschlag. Wenn er litt, weinte mein Herz. Wenn er Schmerzen hatte, waren es meine Augen, aus denen die Tränen liefen. So nah waren wir uns.


Gleiches habe ich auch bezüglich der Liebesgeschichte empfunden. Schon bei der ersten Begegnung der beiden merkt man, dass die Chemie zwischen ihnen einfach stimmt. Da ist eine Verbindung zwischen ihnen - etwas Besonderes, das man nicht genau benennen kann, bei dem man aber deutlich spürt, das es da ist. In der Zeit, die im "Früher" spielt, begleitet man die beiden auf dem Weg des Kennenlernens. Sie kommen sich nach und nach näher, die Verbindung zwischen ihnen wird immer stärker und die Gefühle tiefer. Was mir hier besonders gut gefallen hat ist, dass das Ganze in einem angemessenen Tempo abläuft. Nichts wirkt überstürzt oder erzwungen, sondern einfach nur absolut echt.
Jahre später, im zweiten Teil des Buches, ist die Beziehung der beiden dafür wahnsinnig kompliziert. Beide haben sich verändert - Grey ganz besonders - und auch, wenn sie nicht mehr die Teenager von früher sind und sie einander so gut wie gar nicht mehr kennen, so erinnern sich ihre Herzen doch aneinander. Die Liebesgeschichte der beiden hat ganz viel mit Rettung zu tun, denn beide tauchen zu einem Zeitpunkt im Leben des jeweils anderen auf, in dem sie einander am meisten brauchen. Sie retten einander vor dem Ertrinken, sind die Schulter zum Anlehnen, die der andere zu dringend braucht und bringen Licht in die Dunkelheit. Die Tatsache, dass die beiden sich von früher kennen, macht die Geschichte der beiden intensiver. Die Tatsache, dass Grey nicht mehr Grey ist, macht sie komplizierter. Und die Tatsache, dass die beiden im Laufe der Geschichte so wahnsinnig viel Leid ertragen müssen, macht sie umso schmerzhafter. Man leidet und weint, hofft und lacht, liebt und lebt wirklich mit diesen beiden mit. Ich habe mehr als nur einmal geweint, aber das Besondere hierbei ist, dass es nicht nur Tränen des Schmerzes waren. Ich habe auch einige Freudentränen vergossen. Denn manche Momente waren wo wunderschön, dass ich mich von meinen Gefühlen überrumpelt gefühlt habe und nicht wusste, wohin mit all den Emotionen. Eleanor's und Grey's Liebesgeschichte ist ein Kampf. Sie ist die Rettung zwei trauriger Seelen. Sie ist Schmerz. Sie ist Hoffnung. Sie ist Schicksal. Sie ist Licht in der Dunkelheit. Sie ist tiefe Liebe, die unter die Haut geht. Und sie ist etwas ganz Besonderes und Einmaliges.

»Und dein Herz? Das Herz, von dem du glaubst, es sei kaputt und verletzt und nicht wert zu leben? Dieses Herz ist perfekt und kann es kaum erwarten, dir zu zeigen, wie viel Liebe in dieser Welt auf dich wartet.«


Ein kleines Highlight für mich waren all die wundervollen Nebencharaktere in diesem Buch. Es ist selten der Fall, dass ich jeden einzelnen Nebencharakter ins Herz schließe, aber hier war genau das der Fall. Sie alle sind solch einzigartige und wunderbare Charaktere und sie alle tragen einen ganz entscheidenen Teil zum Verlauf der Geschichte bei. Die Autorin hat darauf geachtet, ihnen Persönlichkeit und Herz zu verleihen und es damit geschafft, dass man gar nicht anders kann, als sie allesamt lieb zu gewinnen.

»Ich glaube, die Leute unterschätzen, wie wichtig es ist, einfach nur da zu sein.«


Wisst ihr, was dieses Buch für mich ist? Ein Meisterwerk. Es ist ein Meisterwerk, was die authentischen, greifbaren und wundervollen Charaktere angeht. Es ist ein Meisterwerk, was die Handlung - die Idee der Geschichte und dessen Umsetzung - betrifft. Und es ist ein Meisterwerk, wenn es um die Emotionen geht. Denn hier spürt man nicht nur, wie die Worte, die man liest, sich einen direkten Weg ins Herz bahnen, sondern man kann sich auch wahnsinnig viel aus dieser Geschichte für sein eigenes Leben mitnehmen. Kleine Anregungen, Dinge die einem zum Nachdenken bringen oder eine kleine Hilfe dabei, so manches mit anderen Augen zu betrachten. "Wie die Ruhe vor dem Sturm" ist ein rundum perfektes Gesamtpaket mit aller seiner Unperfektheit und gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights 2020!

Bewertung

⭐⭐⭐⭐⭐/⭐⭐⭐⭐⭐ 

Samstag, 27. Juni 2020

Rezension: Kiss Me Twice



( Rezensionsexemplar )

Klappentext

Ihr wichtigster Job: den Prinzen zu beschützen.

Die größte Gefahr: die Anziehung zwischen ihnen.
Silver ist eine der wenigen Absolventinnen der Bodyguard-Academy in Miami. Sie ist knallhart und Jahrgangsbeste, und doch sind die Jobs rar. Bis Silver das Angebot erhält, undercover als Begleitschutz für Prinz Prescot zu arbeiten – niemand anderes als der Thronerbe von Nova Scotia. Von verwöhnten Royals hält Silver gar nichts, doch Prescot entpuppt sich als äußerst charmant. Und schon bald merkt sie, dass sie nicht nur Prescot vor politischen Feinden und Paparazzi schützen muss, sondern insbesondere ihr eigenes Herz vor dem unwiderstehlichen Prinzen.


Meine Meinung
Nachdem mir "Kiss Me Once" so unfassbar gut gefallen hat und sogar eines meiner Jahreshighlights 2019 war, musste "Kiss Me Twice" natürlich auch bei mir einziehen. Der Schreibstil von Stella Tack ist wahnsinnig flüssig und vor allem unglaublich humorvoll, wodurch einem das Lesen total viel Freude bereitet. Man beginnt zu lesen, vergisst die Zeit und ehe man sich versieht, hat man das Buch auch schon beendet. Man kommt sehr leicht und gut in die Geschichte rein und auch eine Verbindung zu den Charakteren lässt sich super schnell aufbauen. Was mir aber noch am allerbesten bei den Büchern der Autorin gefällt ist, dass sie es trotzdem schafft, eine gewisse Tiefgründigkeit mit in die Geschichte einzubauen. Egal wie oft man schmunzelt oder lacht, es gibt auch immer mal wieder diese ernsteren Momente, in denen etwas gesagt oder gedacht wird, das tiefer geht.

»Wenn ich eins gelernt habe, dann dass wir uns selbst oft am meisten im Weg stehen. Die negativen Stimmen sind häufig viel lauter als die positiven, und dabei übersehen wir gern, wer bereits alles hinter uns steht.« 


Silver ist eine absolute Badass-Protagonistin. Sie ist unglaublich selbstbewusst, direkt und eine richtige Draufgängerin. Sie sagt immer geradeheraus was sie denkt, ist super schlagfertig und sie spricht fließend Sarkasmus. Ich habe es geliebt, dass sie diejenige ist, die in diesem Buch "die Hosen an hat" und sich von nichts und niemandem irgendwas gefallen lässt. Zudem verstellt sie sich nicht, sondern steht dazu, wie und wer sie ist. Und genau damit - mit ihrer natürlichen Coolness und dieser absoluten Echtheit - hat sie mich voll und ganz überzeugen können. Mit den Sprüchen, die sie andauernd drückt und der positiven Frische, die sie mit sich bringt, kann man sie wirklich nur lieben!

»Ich bin kein Engel. Mir hat das Leben schon vor langer Zeit die Flügel ausgerissen. Eigentlich besteh ich nur noch aus Narben, die mich notdürftig zusammenhalten.«


Auch mit Prescot bin ich sehr schnell warmgeworden. Er ist humorvoll, charmant und sehr offen, was es einem erleichtert, ihn schneller näher kennenzulernen. Er redet nie lange um den heißen Brei herum, redet ehrlich über seine Gedanken und Gefühle und besitzt eine sehr weiche Seite, die irgendwie total niedlich ist. Er drückt zwar auch immer mal wieder den ein oder anderen Spruch, ist aber kein bisschen draufgängerisch wie Silver - im Gegenteil. Für mich hat er in manchen Situationen manchmal sogar fast etwas hilflos und verloren gewirkt, aber dadurch, dass Silver der perfekte Gegenpol dazu ist, ist das sogar echt erfrischend gewesen.

»Ich verstehe, wie es ist, keinen Platz in dieser Welt zu haben. Aber der Trick liegt darin, sich selbst einen zu schaffen.«


Die Liebesgeschichte zwischen Silver und Prescot ist dadurch, dass er ein Prinz und sie (s)ein Bodyguard ist, alles andere als normal. Schon die erste Begegnung ist besonders und vor allem enorm unterhaltsam. Dadurch, dass Silver eben ist, wie sie ist, bestehen die meisten Dialoge der beiden aus Sarkasmus, Neckerei und hin und wieder auch lieb gemeinten Beleidigungen. Ich habe ihre gemeinsamen Momente, sowie die Entwicklung ihrer Beziehung wirklich genossen, muss allerdings sagen, dass mir die Gefühle hier etwas gefehlt haben. Die beiden haben auf mich die meiste Zeit eher wie Freunde gewirkt, aber emotionalere Momente oder solche, bei denen ich wirklich das Gefühl hatte, dass sich dort zwischen ihnen mehr entwickelt, gab es für mich nicht kaum. Gestört hat mich das eigentlich überhaupt nicht, weil Silver und Prescot mich die ganze Zeit über super unterhalten und des Öfteren zum Lachen gebracht haben. Aber wenn man bedenkt, dass dies eine Liebesgeschichte sein soll, dann muss ich ehrlich sagen, wurde das hier etwas verfehlt.

»Ich glaube fest daran, dass uns das Leben nur so viel aufbürdet, wie wir tragen können. Wenn wir weitergehen, ohne zusammenzubrechen, bekommen wir ein Geschenk, das all die Einsamkeit und den Schmerz wieder ausgleicht.«


Was mir dafür aber umso besser gefallen hat, war die gesamte Storyline rund um die königliche Familie und Prescot als Prinzen. Diese hat die Spannung im Buch die ganze Zeit aufrechterhalten und dafür gesorgt, dass man noch tiefer in die Geschichte hineingezogen worden ist. Es gibt Geheimnisse, Intrigen, ungelöste Rätsel und genau die richtige Portion an Drama, was mir wirklich unglaublich gut gefallen hat. Zudem hat die Autorin es geschafft, alles was das Königshaus betrifft und sonst vermutlich sehr kompliziert und schwer zu verstehen ist, interessant und gut verständlich dazustellen. Ich habe einige Nebencharaktere wirklich sehr ins Herz geschlossen und ein kleines Highlight für mich war, dass Ivy und Ryan ebenfalls Teil der Geschichte waren und ich ihre Beziehung hier noch ein Stückchen weiter mitverfolgen konnte. Die Freundschaft zwischen Silver und Ryan ist eine ganz Besondere und ich habe es sehr genossen, an dieser teilhaben zu dürfen.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich "Kiss Me Twice" etwas schwächer finde als seinen Vorgänger "Kiss Me Once", ich die Geschichte von Silver und Prescot aber trotz alledem sehr genossen habe und sie alleine wegen all der unterhaltsamen Dialoge und dem genialen Humor der Autorin nur empfehlen kann. Das Lesen macht unwahrscheinlich viel Spaß, die Seiten fliegen nur so dahin und man kann hierbei wirklich vollkommen abschalten und das Lesen genießen.

Bewertung

⭐⭐⭐⭐/⭐⭐⭐⭐⭐



Rezension: Twisted Love

  ( Rezensionsexemplar ) ✨ Klappentext ✨ Rosie LeBlanc war ein Teenager, als sie Dean Cole zum ersten Mal begegnete. Es war Liebe auf den er...